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Warum Graf?

Wolfenstein oder Mozart? Wer ist in der Welt bekannter? Nein, mal im Ernst. Überall wo ich in der Welt hinfahre oder Kontakt bekomme, ist vielfach der 2. Satz, wenn mein Gegenüber meinen Nachnamen hört oder liest, nahezu identisch: Wolfenstein was the best game ever!

Ich selber habe das gleichnamige Spiel selber geliebt und gezockt. Über dieses Spiel kam ich von Tel Aviv bis New York schnell ins Gespräch, aus denen sich eine Vielzahl an interessanten Kontakten entwickelten.

Mit der Zeit kam aber ein anderes Problem hinzu. Die Wolfenstein Themen im Spiel basieren auf den Zweiten Weltkrieg. Für manch einen, der das Spiel nicht kennt, hat von vornherein der Name Wolfenstein schon was latent "nazihaftes". Ich habe alle Facetten von Begrüßungszeremonien, die man mit einer Hand so machen kann zu sehen bekommen. Letztlich assoziierte mich so mancher Zeitgenosse mit dem Spiel. Auf Dauer war das für mich kein befriedigender Zustand.

Als erstes sicherte ich mir die Namen- bzw. Markenrechte auf den Namen Wolfenstein in Europa und den USA. Als Fashion Label bot ich neben "Wolfenstein" auch das textile (nicht Grafentitel!) Produkt "Graf von Wolfenstein" an, um von Zweiten Weltkrieg hin zu einem anderen Teil der deutschen Geschichte zu lenken. Es muss nicht immer Nazi sein. Deutschland ist facettenreicher als die 12 Jahre, 3 Monate und 9 Tage Drittes Reich.

Das kam in der Wolfenstein Community und darüber hinaus sehr gut an! Auch ein "kostenfreier" Ritterbrief wurde konzipiert. Eine historische Genauigkeit konnte nicht garantiert werden. Diesen Anspruch hatte es auch nicht. Es sollte die bestehende Wolfenstein Community bestärken und interessanter machen.

Bei den  Nachforschungen kam zu Tage, dass es wohl einen Graf von Wolfenstein gegeben haben muss, siehe hier. Aber auch: "Mit Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 wurde die feudale Ständeordnung und somit die Vorrechte des Adels in Deutschland abgeschafft. Im Gegensatz zu Österreich sind die ehemaligen Adelsprädikate (Namenszusatz, der einen Adeligen als solchen auszeichnet) Bestandteil des Namens geworden. Nach dem Ende der Habsburger Monarchie wurden in ihren Nachfolgestaaten, Deutschösterreich bzw. nachfolgend Österreich und in der Tschechoslowakei nach 1918 die Adelstitel komplett abgeschafft. Das österreichische Adelsaufhebungsgesetz von 1919 stellt im Gegensatz zu Deutschland den Gebrauch von Adelsbezeichnungen im Namen unter Strafe."

Schlussfolglich heißt das, dass der heutige Adel im Sinne eines nicht mehr existierenden feudalen Ständeordnung eigentlich auch kein Adel mehr ist. Es sind Namenszusätze, die im Gegensatz zu Österreich als solches nur noch so als Namenszusatz gelten.

Inwieweit eine Verwandschaft meiner Person mit diesen Grafen oder gar Baronen von Wolfenstein besteht, interessiert mich eigentlich weniger. Erstens hat so ein Grafen- oder Baronentitel heute keine machtpolitische Bedeutung mehr (es sei denn ich hätte Geltungsneurose) und zweitens möchte ich nicht mit einem solchen Titel durch die Weltgeschichte spazieren. Wäre es doch geradezu lächerlich, wenn ich mich meinen Freunden und Bekannten neuerdings als Graf oder Baron vorstellen würde. Ich hätte sicherlich die Lacher auf meiner Seite und etwas fremdschämen, aber ein mehr an Respekt würde es mir nicht bringen. Im Gegenteil.

Wie Rammstein, eine deutsche Rockband der "Neuen Deutschen Härte", hat das Spiel 'Wolfenstein' neue deutsche Akzente in die Welt gesetzt: Ein unverkrampfter Umgang mit der deutschen Realität und seiner Historie.

Ich aber wollte mehr. Wolfenstein ist nun mal mein Familienname und eine Aufklärungskampagne gegen das Heer an Informationen über das gleichnamige Spiel hätte einem Don Quijote Kampf gegen Windmühlen geglichen. Mit der recht erfolgreichen "Graf von Wolfenstein" Kampagne, vor allem in Social Media Bereich, konnte ein weiterer Aspekt und ein anderes Licht auf den Namen Wolfenstein gelegt werden. Dazu beigetragen hat auch der "kostenfreie" Ritterbrief.

Neuerdings gibt es eine Kampagne auf Facebook, die sich gegen den Fake Adel und Scheinadelige richtet. An sich halte ich dieses Ansinnen für gut, auch wenn ich den einen oder anderen und deren Aktivitäten zum Teil für reinen opportunen Populismus halte. Aber anstatt sich in meinem Fall mit mir in Verbindung zu setzen, wurden geradeaus ohne Rücksicht auf Verluste Behauptungen in die Welt gesetzt, die größtenteils aus der Luft gegriffen und ehrverletzend waren. Wenige Punkte, die sich auf Fehler und historische Ungenauigkeiten meinerseits bezogen, wurden unverzüglich geändert. Nobody ist perfekt.

Aus diesem Grunde sah ich mich zu einer Stellungnahme auf Facebook genötigt, um weiteren Fehlinterpretationen Einhalt zu gebieten:

Stellungnahme

Vermehrt wurden im Internet falsche Behauptungen aufgestellt, die nicht den Tatsachen entsprechen, die da wären:

1. Ich heiße nicht Wolfenstein.

2. Ich habe den Titel "Graf von Wolfenstein" bei Ebay ersteigert.

3. Einen "Grafen von Wolfenstein" hat es nie gegeben.

Alle drei Punkte sind falsch.

zu 1: Ich heiße Konrad Wolfenstein.

zu 2: Weder wurde von mir ein Titel "Graf von Wolfenstein" bei Ebay oder anderswo erworben, noch habe ich einen angeblichen Titel "Graf von Wolfenstein" an Dritte gegen Entgelt veräußert.

zu 3: Es wird u.a. Bezug genommen auf das Buch "Reisen durch einen Theil Teutschlands, Ungarns, Italiens und Frankreichs" von Ernst Moritz Arndt, Seite 109. Ebenso "Erinnerungen aus den Kriegszeiten von 1806-1813" von Friedrich von Müller, Auszug siehe hier.

Richtig ist, dass ich u.a. ein Fashion Label mit dem Namen Wolfenstein ® betreibe. Die Marke ist sowohl in Europa wie in den USA registriert.

Richtig ist, dass ich den Schriftzug "Graf von Wolfenstein" u.a. auf diversen Bekleidungsstücken verwende. Die Auflagen sind limitiert.

Richtig ist, dass es einen "Ritterbrief" gibt. Der Titel lautet: "Ritter von Wolfenstein". Dieser Ritterbrief wurde "kostenfrei" an Dritte weitergegeben. Ideengeber zu diesem Ritterbrief waren meine amerikanischen Freunde, die sich für das Mittelalter und die europäische Geschichte interessieren. Hierfür wurde auf Basis eines nicht festgelegten Kanon einiger von protestantisch-calvinistischer Moral und von der Aufklärung geprägter Tugenden ein Erinnerungsdokument geschaffen. Es wurde bewußt keiner in den Grafen- noch in den Adelsstand erhoben. Andere Behauptungen sind falsch. Ritter von Wolfenstein, mehr nicht.

Richtig ist, dass ich im bürgerlichen Leben weiterhin Konrad Wolfenstein heiße. Für mein Fashion Label ( www.wolfenstein.info ) und im Social Media Bereich des Internets verwende ich "Graf von Wolfenstein". Für meinen privaten Account auf Facebook verwende ich meinen bürgerlichen Namen.

Richtig ist, dass ich mich gegen jede politische Verdächtigung, ich sympathisiere mit einer extremistischen Ideologie, mit allen Mitteln des Rechtstaates vorgehen werde. Das ist Verleumdung und üble Nachrede.

Richtig ist, dass es ein gleichnamiges Spiel gibt. "Wolfenstein 3D (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfenstein_3D) gehörte zu den erfolgreichsten Computerspielen der 1990er Jahre. Es ist einer der ersten Ego-Shooter. Die Handlung von Wolfenstein 3D dreht sich um den fiktiven amerikanischen Soldaten polnischer Herkunft William B.J. Blazkowicz. Er muss sich aus seiner Nazi-Gefangenschaft auf der Burg Wolfenstein befreien. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich der Spieler seinen Weg durch verschiedene Ebenen des Gebäudes freikämpfen. Als Widersacher treten dem Spieler Wehrmachtssoldaten, SS-Männer und deutsche Schäferhunde entgegen, in späteren Missionen muss man sich jedoch auch mit Gegnern wie Zombies herumschlagen. Als Endgegner haben beispielsweise Adolf Hitler im Mech-Anzug oder ein Raketen schießender General Fettgesicht ihren Auftritt." Weitere Nachfolger bauen auf dieser Geschichte auf. Für dieses Spiel & Story bin ich weder verantwortlich noch entspricht es in irgendeiner Form meine politische Einstellung.

"Ritterlichkeit" als eine ständische Tugend wird mit dem Wegfall einer Ständeordnung heute allenfalls noch innerfamiliär (etwa zum Teil im Adel) als Tugend anerzogen. In der Umgangssprache dient sie heute als Begriff für ein gerechtes und rücksichtsvolles und höflich-zuvorkommendes Handeln.

Ritterlich wäre es, bei Ungereimtheiten oder offenen Fragen mich direkt zu kontaktieren.

Ich bin beruflich und gesellschaftlich erfolgreich genug, um mich nicht mit fremden Federn schmücken zu müssen. In den letzten Jahren ist es im Zuge eines wieder erwachten Interesses am Mittelalter zu einer "Renaissance des Rittertums" gekommen. Neben den beliebten Mittelaltermärkten sowie den Ritterfestspielen zum Beispiel in Kaltenberg gibt es Gruppen, die das Mittelalter in historischen Darstellungen wiederbeleben wollen, und sich dabei oftmals bemühen, dem Vorbild möglichst gut gerecht zu werden. In diesem Sinne.

Fazit: Der Graf von Wolfenstein wird auch weiterhin ein Teil der Wolfenstein Community sein. Es ist ein Stück Wirklichkeit. Sicherlich nicht im Sinne einer seit 1919 abgeschafften feudalen Ständeordnung oder dergleichen. Wir legen keinen Wert zum Hochadel, historischen Adel, dem Fake- oder Neuadel anzugehören.

Die Wolfenstein Vernetzung hat ihre eigene Realität, sie bedarf keiner gekünstelten besonderen Wahrnehmung. Sie ist mehr. Wolfenstein war schon vor dem "Grafen von Wolfenstein" weltbekannt. Der Graf ist nur eine Heraushebung aus der Masse an Informationen für den Namen selbst.

In diesem Sinne,

Euer Konrad Wolfenstein.

 

 
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